Gesteigerte Talgbildung > Verhornung der Talgdrüsen > Vermehrung der Propionibakterien > Entzündung
Akne ist eine Erkrankung der Talgdrüsen, welche insbesondere im Gesicht, im V-förmigen Brust- und Rückenausschnitt und an den seitlichen Abschnitten der Oberarme zu finden ist. Die Talgdrüsen liegen in der Lederhaut und produzieren ein fettiges Sekret, das an die Hautoberfläche abgegeben wird und als Schutz vor Austrocknung dient. Von jeder Talgdrüse führt ein Gang an die Hautoberfläche. Er ist im oberen Abschnitt – wie die Oberhaut – aus hornbildenden Zellen zusammengesetzt.
1. Stufe: Fettige Haut
In der Regel entsteht die Akne während der Pubertät. Dann werden vermehrt männliche Geschlechtshormone, die Androgene, produziert, und zwar sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen. Das ist kein krankhafter Vorgang, sondern eine ganz normale hormonelle Umstellung.
An den Talgdrüsen bewirken Androgene eine gesteigerte Talgproduktion, die Seborrhoe. Fettige Haut ist oft das erste Anzeichen dieser Umstellung. In welchem Maße das beim Einzelnen der Fall ist, hängt von der individuellen Ansprechbarkeit der Talgdrüsen auf diese Hormone ab, die wahrscheinlich im Erbgut festgelegt ist.
2. Stufe: Verhornung der Talgdrüsen
Zusätzlich kommt es durch den Einfluss der männlichen Hormone auf die Hornzellen – die dadurch schneller wachsen – zu einer fortschreitenden Verhornung im Talgdrüsen-Ausführungsgang. Dort bildet sich ein Hornpfropf (Mikrokomedo), der von außen noch nicht sichtbar ist. Dann entstehen sichtbar Mitesser: geschlossene oder offene Komedonen.
3. Stufe: Entzündliche Umwandlung der Akne
Bakterien, die die Haut des Menschen als normale Flora besiedeln, können sich im Milieu des Mitessers stark vermehren. Damit werden aus harmlosen „Mitbewohnern“ Wegbereiter für eine Entzündung. Diese sogenannten Propionibakterien ernähren sich aus Bestandteilen des Talgs, den sie mit Hilfe spezieller Verdauungsstoffe, den Enzymen, in seine Einzelbestandteile spalten: Es entstehen freie Fettsäuren. Botenstoffe für Entzündungen können von den Hornzellen gebildet werden, die Entzündungszellen anlocken. Auch können die Talgdrüsen platzen, wodurch der entzündungsfördernde Inhalt in die Umgebung gelangt und ebenfalls Entzündungszellen anlockt. Es entstehen rote Pickel (im Fachjargon Papeln genannt), Eiterbläschen und Knoten.
Verschiedene Erscheinungsformen
Je nach Überwiegen der entsprechenden Hautveränderungen werden verschiedene Schweregrade der Akne unterschieden.
Komedonenakne: